Vorwort:

Wie auch im privaten Leben eines Jeden Einzelnen wechselt sich Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg in unseren Vereinsgeschichte immer wieder ab. Doch beständig wie ein Fels haben es die Verantwortlichen unseres Sportvereins immer wieder verstanden alle Situationen mit Sachverstand und realitätsnah zu meistern. Nur so konnten auch derbe Rückschläge wie Gewaltherrschaft, Krieg und tragische Unglücksfälle gut überwunden werden.

Dankworte:

Wir wollen deshalb an diejenigen denken, die sich für unsere Vereinsgeschichte verantwortlich zeichnen und nicht mehr unter uns sein können.
Insbesondere der aus englischer Kriegsgefangenschaft heimkehrende Josef Pfister und Alex-Josef Mesam waren es, die gleich nach dem Ende des 1.Weltkrieges den ursprünglichen Nationalsport „Fußball“ in Hart auf die Sprüngen halfen.

Anfänge:

Weil ein Sportplatz nicht zur Verfügung stand wurde auf ostsnahen Wiesen gespielt und trainiert, was des Öfteren zu Ärger mit den Grundstücksbesitzer führten der von der Gemeindeverwaltung geschlichtet werden musste.
Vermutlich aus diesem Grund wurde bereits Anfang der 20er Jahre im Gewann „Alte Auchert“ ein Waldplatz geordert und so gut es möglich war spielgerecht hergerichtet. Nun konnte man einem geregelten Spielbetrieb nachgehen. Zu Auswärtsspielen ging man zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Hart weit bekannt:

Die Fußballgeschichte in Hart und der Umgebung wuchs, als ab 1928 Rundenspiele bestritten wurden. Bereits Anfang der 30er Jahre kamen deshalb Spieler aus Höfendorf, Bietenhausen und Haigerloch nach Hart zum Fußballspielen.
Um die damaligen Stützen der Mannschaft, die drei Gebrüder Haug, Alfons und Cyriak Fechter hatte man bereits zu dieser Zeit eine ELF die viele Siege errang und im Kreis Hechingen als Gute Fußballmannschaft bekannt war.

Schwere Zeiten:

Der Spielbetrieb musste auf Anordnung des NS-Regimes Mitte der 30er Jahre eingestellt werden. Fußball wurde danach nur noch in den Jugendvereinigungen des nationalsozialistischen Regimes erlaubt.
Aus dem 2. Weltkrieg kehrte mehr als die Hälfte der aktiven Spieler nicht mehr zurück. Nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit der französischen Besatzungsmacht konnte der SV-Hart bereits 1947 seine Vereinsarbeit mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung wieder aufnehmen. Ein geregelten Spielbetrieb war allerdings wegen den Wirren der Nachkriegszeit und der Mittellosigkeit infolge der Währungsreform erst später möglich.

Der Wiederaufbau:

Von der Gemeinde wurde der reizvoll in einer Waldschneise gelegten Platz beim Tannenwald als Sportplatz auf 99 Jahre an den Verein verpachtet. In dem Jahr als Deutschland erstmals Fußballweltmeister wurde, 1954, wurde der Platz vergrößert und der Verein in das Vereinsregister eingetragen. In kontinuierlicher Trainings- und Vereinsarbeit wurde dann der Fußballsport unter den Vorsitzenden Vinzenz Klingler, Josef Fechter, Alfred Fechter neu aufgebaut.
Der sportliche Erfolg ließ auch in Hart nicht lange auf sich warten. 1956 stieg die 1.Mannschaft erstmals in die B-Klasse auf. Als der FC-Tannheim in einem spannenden Endspiel auf dem Sportplatz in Grosselfingen besiegt werden konnte.
Nach dem postwendendem Abstieg aus dieser Klasse folgte am Ende der Saison 58/59 der Wiederaufstieg in die B-Klasse, die allerdings wiederum nicht gehalten werden konnte. In dieser Zeit wurde dem SV-Hart vom WFV mehrmals die sog. Fairnessurkunde für straffreies Spiel verliehen werden und ein Pokalsieg errungen.


Im Jahre 1962 ergänzte der SV-Hart e.V. seine Satzungen um die Regelungen des WFV uns des WLSB.
Unter der Ära des Vorsitzenden Richard Fechter und dem legendären Schriftführer Josef Fechter (Fäxe) konnte am Ende der Saison 64/65 der 3.Aufstieg in die B-Klasse gefeiert werden. Im Jahre 1966 wurde bei Tannenwald das Sportheim mit Geräteraum erstellt, dessen Bau aus finanziellen Gründen mehrmals verschoben werden musste.

Gute Jugendmannschaft:

Infolge schlechter Trainingsbesuche und jugendlichem Leichtsinns stieg die 1.Mannschaft im Jahre 1968 aus der B-Klasse ab. Der dabei zu Tage getretenen Rezession im Verein wurde mit dem Neuaufbau von eigenen Jugendmannschaften ab 1971 entgegen getreten.
Die Jugendmannschaften spielten sehr erfolgreich, errangen mehrere Meistertitel (beispielhaft sei hier nur der A-Jugend-Meistertitel der Leistungsstaffel erwähnt, der zum Aufstieg in die Bezirksstaffel berechtigte) und wahren dadurch im ganzen Bezirk Zollern über die Jahrzehnte das Aushängeschild des Vereines. Als Betreuer haben sich in dieser vor allem Wendelin Mesam und Hubert Stockmeier besondere Verdienste erworben.
Nach dem Eyachpokalsieg der A-Jugend im Jahre 1977 vollzog sich in der 1.Mannschaft ein Umbruch. Mit dem Erweiterungsbau des Sportheim beim Tannenwald wurden verbesserte Trainingsmöglichkeiten geschaffen und ein weiteren Grundstein für die Erfolge der Kommenden Jahre gelegt.

Große Erfolge:

Mit einer Schar begeisterter junger Fußballspieler im Rücken erntete der Verein dann ab Saison 81/82 die reifen Früchte der jahrzehntelangen Jugendarbeit. Unter dem heutigem Ehrenvorsitzendem Karl Stehle und dem damaligem Spielertrainer Gregor Biesinger folgte die erfolgreichste Ära unsrer Vereinsgeschichte.
Die Titel lesen sich wie folgt:


Saison 81/82 Meister der Kreisliga B Staffel III
Saison 82/83 Meister der Reservemannschaften der Kreisliga A Staffel II
Saison 83/84 1.Mannschaft meister der Kreisliga A Staffel II und Reservemeisterschaft der Kreisliga A Staffel II und Bezirkspokalsieger
Saison 84/85 Teilnahme am WFV-Vereinspokal & Zeitweise Tabellenführer der Bezirksliga Zollern


In dieser Zeit dachten manche euphorischen Zuschauer bereits an die Landesliga. Doch leider kam es anders. Die Mannschaft musste Ihrem jungen Durchschnittsalter Tribut zollen. Wegen Ausbildung, Studium, Wehrdienst und Verletzungen musste zum Teil mehr als die Hälfte der Stammspieler ersetz werden, weshalb der Abstieg aus der Bezirksliga Zollern im Jahre 1987 nicht verhindert werden konnte.
Allerdings war die damalige Mannschaft stark genug, um mit den Endspielesteilnahmen beim Eyachpokal-Hauptturnier 1987 und dem vom SV-Hart ausgerichteten 1.Hallen-Eyachpokalturnier 1988 weiter sportliche Erfolge zu verbuchen. Beide Endspiele auf dem Sportplatz in Bittelbronn dürften noch vielen in Erinnerung sein.

Neues Sportgelände:

Mit Unterstützung der Stadt- und Ortschaftsverwaltung wurde nun in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden das Sportgelände Herrenäcker und das Sportheim mit Geräteraum geschaffen. Insbesondere die damaligen Vorsitzenden Karl Stehle und Lorenz Klingler zeigten sich dabei als wahre Vorbilder für die Vereinsarbeit.
Pünktlich zum 70-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1989 konnte das Sportgelände und das Sportheim mit einem großen Fest eingeweiht werden und seiner Bestimmung übergeben werden. Die damit für den Fußball in Hart geschaffenen Voraussetzungen entsprechen auch den heutigen Anforderungen für einen regelmäßigen Spielbetrieb und einer sehr guten Grundlage für weiteren Fußballsport in Hart.

Auf und Ab:

Die aus dem Geburtenrückgang in den 70er Jahren resultierenden Flaute im Jugendfußball Ende der 80er Jahre übertrug sich Anfang der 90er Fahre auf den Bereich der ersten Mannschaft und ging auch nicht spurlos am SV-Hart vorbei. Nach einer Vielzahl von Trainerwechsel mussten wir im Jahr 1995 in die Kreisliga B Staffel III absteigen.
Unter dem damaligen neuen 1.Vorsitzenden Roland Fechter und dem Spielertrainer Michael Pfeffer konnten wir bereits 1997 die Meisterschaft erringen und wieder in die Kreisliga A Staffel II aufsteigen. Obwohl wir immer weniger Spieler auskommen müssen erreichten wir in der Saison 98/99 mit dem Spieltrainer Frank Eberle einen sehr guten 3.Tabellenplatz.
In der Saison 2000/01 vollzog sich noch einmal ein Trainerwechsel. Unter der neuen Leitung von Christoph Hamm konnte der zweite Aufstieg, in die Bezirksliga, in der Vereinsgeschichte verzeichnet werden. Jedoch mussten wir einen postwendenden Abstieg in der Saison 20001/02 in die Kreisliga A verkraften.
Im Sommer 2002 übernahm Michael Pfeffer zum zweiten mal das Ruder als Spielertrainer.
Unter seiner Führung versuchten wir in der Kreisliga A wieder Fuß zu fassen, das uns durch eine gute Moral innerhalb der Mannschaft, des gesamten Vereins und allen Fans und Gönnern des SV-Hart gelang.
Da in der Saison 2002/03 nur ein Relegationsplatz erreicht werden konnte, musste der SV Hart in Ostdorf zu einem Relegationsspiel antreten, um in der Kreisliga A zu verbleiben. Dieses entscheidende Spiel gegen Heselwangen konnten wir mit 3:0 für uns entscheiden und somit die Klasse halten.

Größter Erfolg der Vereinsgeschichte: Eyachpokalsieger 2003

Vom 04. – 06.07.2003 war der SV Hart Gastgeber des 51. Eyachpokalturniers. Da durch die Relegation keine Trainingspause gemacht werden konnte, stand die Mannschaft „voll im Saft“ und spielte mit dem scheidenden Trainer Michael Pfeffer und dem neuen Trainer Göksel Bas nochmals groß auf.
In der Vorrunde erwischte man mit dem SV Gruol, der SG Weildorf/Bittelbronn und dem SV Stetten-Haigerloch schwere Gegner, was die Mannschaft aber nicht daran hinderte, als zweiter der Gruppe ins Halbfinale einzuziehen. Dort traf man auf die Mannschaft des SV Heiligenzimmern, die nach Elfmeterschießen mit 4:2 niedergerungen werden konnte. Im Endspiel stand man dann dem Topfavoriten und Vorjahres-Champion aus Stetten-Haigerloch gegenüber, gegen den man in der Vorrunde noch mit 3:1 verloren hatte.
Vor knapp 800 Zuschauern entwickelte sich am frühen Sonntagabend ein spannendes Spiel. Mit viel Glück, Geschick und Einsatzwillen konnte man in der ersten Halbzeit das Unentschieden halten und in der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer durch ein Kopfballtor von Michael Waldmann markieren. Dieses 1:0 konnte über die Zeit gerettet werden und der SV Hart konnte zum ersten Mal seit bestehen des Eyachpokals die begehrte Trophäe entgegennehmen.
Durch den ersten Platz der AH-Mannschaft konnte der Erfolg vor heimischer Kulisse komplettiert werden.

Auf und Ab geht weiter:

In den folgenden beiden Jahren konnte man am Ende der Runde jeweils einen Mittelfeldplatz in der Kreisliga A erreichen.
Im August 2004 wurde damit begonnen, am Sportgelände „Herrenäcker“ ein Gerätehaus zu bauen, welches im Herbst 2005 fertig gestellt werden konnte.
Durch unregelmäßigen Trainingsbesuch der Mannschaft und dem Mangel an nachrückenden J
ugendspielern erfolgte in der Saison 2005/06 der zwangsläufige Abstieg in die Kreisliga B. In dieser Liga belegte die Mannschaft in den vergangenen Jahren zwar stets einen der vorderen Ränge, aufgrund der dünnen Spielerdecke konnte der Aufstieg bisher aber noch nicht verwirklicht werden.

Die gute Jugendarbeit in den vergangenen Jahren trägt jedoch allmählich ihre ersten Früchte, was in der Schlussphase der vergangenen Runde (08/09) deutlich zu sehen war. Trainer Wolfgang Mey hat es geschafft, einiger sehr talentierte Jugendspieler in die 1.Mannschaft des SV Hart zu integrieren und außerdem die Trainingsbeteiligung wieder erheblich zu steigern. Diese beide Faktoren spiegeln sich auch in den Ergebnissen wider, weshalb der Verein in der neuen Saison mit ihrem Trainer Wolfgang Mey, Vorstand Dietmar Krüger und einer sehr jungen Mannschaft mit großem Entwicklungspotential um den Aufstieg in die Kreisliga A mitspielen möchte.

In naher Zukunft sollen weitere talentierte Jugendspieler des SV Hart in die 1.Mannschaft integriert werden, damit der Verein bald wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann.


Allen, die sich seit 1919 in irgendeiner Weise für den SV Hart eingesetzt haben, danken wir von Seiten der 1. Mannschaft und der Vorstandschaft für Ihren Einsatz recht herzlich.